CV

Statement

Steffen Kasperavicius, 1979 in Sigmaringen geboren, ist ausgebildeter Mediengestalter und studierte von 2004 bis 2009 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Studiengang Plastik, Studienrichtung Medienkunst bei Prof. Ute Hörner, bei der er zum Thema “Experimentelle Enttäuschungserzeugung im Kunstkontext” diplomierte.
In den letzten Jahren organisierte er die regelmäßige Kunstauktionsreihe “MINIWORKS” sowie die wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen im Kunst- und Aktionsraum Schillerpalais e.V., Neukölln, gründete er in Berlin das Kurationsprojekt “Arsène Fever Gallery” sowie das Grafikstudio “VVIRE” zur grafischen Unterstützung von Künstlern, Designern und Initiativen ohne Programmierkenntnisse. Er initiierte und kooperiert in mehreren konzeptuellen Künstlergruppen, wie z.B. „ETAW [Exit Through A Wormhole]“ und „Die Müden Drei“ und erarbeitet gleichzeitig unter dem Pseudonym „Achim Horn“ Arbeiten, die konträr zu seinem Schaffen komplett andersgeartete, experimentelle Wege einschlagen.
Er lebt und arbeitet in Berlin.

Steffen Kasperavicius konstruiert in mehreren Themenbereichen Zusammenhänge zwischen Irritation und Enttäuschung, zwischen Bekanntem und Unbekanntem, zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Uns vertraute Strukturen oder Objekte werden manuell, digital oder theoretisch manipuliert und umgedeutet bis eine Kontextverschiebung einsetzt. Die Arbeiten, die meist aus konzentrierten und langfristig organisierten Ideensammlungen und Archiven heraus entstehen, konfrontieren die Betrachter und Teilnehmer mit Skulptur und Video, installativen Interventionen oder dem Archiv selbst. Ebenso werden das Scheitern sowie die Unrealisierbarkeit mancher Arbeitsserien in seinem Schaffen fokussiert und gleichbedeutend mit realisierten Konzepten behandelt. Somit eröffnet er sich einen ständigen Diskurs, dem er jede Arbeit unterwirft, um sie auf Lösungen zur Arbeitstechnik, zu Ausführung und Rhythmik sowie auf thematische Inhalte wie  Abwesenheit, Zeitmanipulation, kunstgeschichtlichen Verweise, Raum/Architektur und (Anti-)Interaktion abzufragen und zu deklinieren.

Konträr etabliert Steffen Kasperavicius durch den Einsatz eines Alter Egos namens Achim Horn eine gänzlich gegensätzliche und spontanere Position zu seinen „eigenen“ Arbeiten. Horns Werke strotzen vor infantiler Energie, Lausbubentum, Pop und Kommerz, wodurch er unter anderem gezielt gesellschaftlich aktuelle Umstände karikiert, ironisiert und durch transformierende Prozesse in modellhafte Situationen, in bildnerische oder skulpturale Zustände übersetzt. Diese Symbiose aus Künstler und dessen „bösem Zwilling“ verstärkt die Wirkung beider Haltungen stark, indem man Einblick erhält in mehrschichtige Überlegungen des Künstlers, die im Oeuvre nur einer Person schwer gegenüberstell- oder kombinierbar wären. Gleichzeitig eröffnet die Anonymität des Pseudonyms ein Experimentierfeld zum Erproben künstlerischer Ansätze und unkonventioneller Ideenfindung.

Seine konzeptuelle Kooperation ETAW mit dem portugiesischen, in Berlin lebenden Maler Jorge Lopes untersucht das Wesen und den Wieder-Wert von der Gesellschaft ausgestoßener und unfunktionaler Materialien. Dabei werden die entstehenden skulpturalen Objekte in einen Kunst-Kontext gerückt, welcher diesen zivilisationskritischen Aspekt durch Transformation und Auflösungsprozesse thematisiert und eine künstlerische Haltung zeigt, die dem Dauerhaften und Statischen misstraut. Der Fokus liegt dezidiert auf einer engen aber temporären Zusammenarbeit durch Austausch, Diskussion und Komposition, um, entgegengesetzt der herkömmlichen Einzelkünstler-Attitüde, die Talente zu verbinden.

CV

* 19.05.1979 in Sigmaringen, Baden-Würtemberg

10/2012 – jetzt
Digital Publisher bei Fachverlag Schiele & Schön GmbH, Berlin

seit 10/2009
freischaffender Bildender Künstler, Mediengestalter und Kurator, Berlin

04/2010 – 04/2012
Ausstellungsleitung und Artist in Residence, Kunst- und Aktionsraum Schillerpalais e.V., Berlin

07/2009
Anerkennungspreis des Kunstpreis 2009 der Stiftung der Saalesparkasse Halle

07/2009
Diplom der Bildenden Künste, Thema: “Experimente zur Enttäuschung“

10/2004 – 07/2009
Diplomstudium an Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle (Saale)
Fachbereich Bildende Kunst / Medienkunst

10/2001 – 07/2004
Ausbildung zum Mediengestalter digital und print bei intercorp., Neudrossenfeld

10/2000 – 09/2001
Magisterstudium an Universität Bayreuth
Hauptfach: Theaterwissenschaft
Nebenfächer: Philosophie / Pädagogik

10/1999 – 09/2000
Zivildienst bei Pflege Zuhause e.V., Bayreuth

1999
Abitur an Graf-Münster-Gymnasium, Bayreuth

Ausstellungsliste

2016
Gruppe Summer in the city, Vitrine-FN, Friedrichshafen
Gruppe Woven Trajectories, Studio Baustelle, Berlin
Gruppe Come Undone, GlogauAir, Berlin
Gruppe Does every name already have a sound?, Kreuzberg Pavillon, Berlin

2015
Gruppe ETAW [Scheitern], Alter Marien Nikolaifriedhof, Berlin
Einzel ETAW [Westwärts schweift der Blick; Ostwärts streicht das Schiff.], dieAgentur, Bayreuth
Gruppe Bye, Bye, Bayreuth, Ausstellungshalle Neues Rathaus, Bayreuth
Gruppe Potential in the Ordinairy, ROCKELMANN&, Berlin [ETAW]

2014
Einzel ETAW [Vier linke Hände], Brandenburger Kulturstadl, Bayreuth
Einzel ETAW [Collapse of the complex], Forum Phoinix, Bayreuth
Einzel ETAW [TOGETHER], Kunstverein Neukölln, Berlin

2013
Gruppe Unaussprechliche Namen, Atelier Donaustr. 83, Berlin
Vortrag Ultraraum, Impulstage des Campus Atelier 13, Universität Regensburg
Screening PixelPops!2013, The Isaac Delgado Fine Arts Gallery, New Orleans, LA
Gruppe Moved, Lage West, Berlin
Gruppe Anonyme Zeichner, Delikatessenhaus e.V., Leipzig
Gruppe Anonyme Zeichner, Galerie Nord, Berlin
Einzel ., Kreuzberg Pavillon Berlin [ETAW]

2012
Gruppe nervus rerum., Galerie Thomas Crämer, Berlin
Einzel Transition Space, Galerie Thomas Crämer, Berlin
Einzel ETAW [NEAR MINT], Galerie Thomas Crämer c/o Gloria, Berlin
Gruppe Cliffhanger, Minken & Palme, Berlin [ETAW]
Gruppe Stream of no Unconsciousness, Kreuzberg Pavillon Berlin [ETAW]
Gruppe My Name is Stephan, stattberlin, Berlin
Einzel Vertigo, Galerie Thomas Crämer c/o DPL, Helmond (NL)
Gruppe LUXUS LOFT @ Re:Rotterdam, Boompjes, Rotterdam (NL)

2011
Screening Dinner For None, Z-Bar, Berlin
Gruppe MINIWORKS 2, Schillerpalais, Berlin
Gruppe A Prospective Get-Together, Kuiperdomingos Projects, Berlin
Gruppe ETAW [Exit Through A Wormhole], Bruchberg, Berlin
Gruppe ETAW [Open Studio], Schillerpalais, Berlin
Messe C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Zollverein Essen
Gruppe Prospektive, Galerie Thomas Craemer, Berlin
Screening Lauching Party, ArtConnect Berlin
Messe Art Amsterdam, RAI, Amsterdam (NL)
Gruppe Die Athleten der Ausstellung, DieSchöneStadt, Halle
Gruppe Luxus Loft, Atelierhaus Friedenstr. 16, Berlin
Screening ДИАlog yourself, Kirow Culture Palace, Murmansk (RU)
Screening Immer ich, Z-Bar, Berlin

2010
Gruppe Threshold, Galerie Thomas Craemer, Berlin
Einzel The Throwing, Schillerpalais, Berlin
Messe C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Zollverein Essen
Gruppe Dirty Dozen – Artists working with Alter Egos, Grimmuseum Berlin
Gruppe Con-Sequence, Arsène Fever Gallery, Berlin
Gruppe ShiShi, Galerie Thomas Craemer @ Fincan, Berlin
Messe Tease Art Fair #4, Köln
Screening Magmart – international videoart festival, PAN Neapel
Gruppe All Art Now – 2nd International Video Art Festival 2010, Damaskus
Gruppe EQUINOX II, Grimmuseum, Berlin
Gruppe EQUINOX I, Grimmuseum, Berlin
Gruppe Kunstpreis 2009 der Stiftung der Saalesparkasse Halle, Kunstforum Halle
Gruppe REMIX 4, Galerie im Regierungsviertel, Berlin
Screening Directors Lounge, Meinblau e.V. Pfefferberg, Berlin
Gruppe opp_effect // side_effect, AllArtNowGallery, Damascus, Syrien
Gruppe #6 sculpture, Kantine, Berlin
TV-Screening Video Art 2, ALEX Offener Kanal Berlin

2009
TV-Screening Video Art, ALEX Offener Kanal Berlin
Gruppe Anonyme Zeichner N°10, Kunstraum Bethanien, Berlin
Gruppe #5 copy, Kantine, Berlin
Gruppe Kunstnachten, Coaching Culture Gallery, Berlin
Gruppe KLLR, Arsène Fever Gallery, Berlin
Einzel Yes, It Fits!, AFTHOTwt… Galery, Berlin
Anerkennungspreis Kunstpreis 2009 der Stiftung der Saalesparkasse Halle, Halle
Gruppe Diplome der Kunst, Hochschule für Kunst und Design Halle
Einzel Experimente zur Enttäuschung, Halle
Gruppe Cube Considered, monkey town, Brooklyn, NY
Einzel Zu Verschenken, kunstraum t27, Berlin
Gruppe Es wunderte sie an der Ecke so grau, Schillerpalais, Berlin

2008
Einzel MAS, TMP 5 1/2, Berlin
Preis Amazing But True, Pitsch Motion Design Contest
Gruppe XPO08, Halle
Gruppe Artige Paarbildung, NochBesserLeben, Leipzig

2007
Gruppe Zwischenstopp, Caleidospheres, Jena
Gruppe 100 Jahre Volkspark, Volkspark, Halle

2006
Einzel schwarzmalen – 3 Animationen, Invalid-Gallery, Berlin
Gruppe EXE06, Halle
Gruppe Polyrealismus, Moritz-Götze-Raum, Halle

2005
Gruppe Greater Chateau 5000, Halle

2003
Gruppe Sinnästhetik, Bamberg
Einzel Zeichnungen, Desert Pinguin, Kulmbach

2002
Gruppe Jugendkunstbiennale des Bayerisch-Sächsischen Städtenetzes, Bayreuth

Presse und Publikationen

  • Ist das Müll oder muss man da hinschauen
  • Das kann noch lang nicht weg
  • Smart Art Marketing
  • Spotlight on...
  • Fotos ins rechte Licht gerückt

Von einer Installation, die erst durch den Betrachter zu Kunst wird – Juli 2015

Ein Vorgarten an der Bürgerreuther Straße. Auf dem Grün: Sperrmüll. Sorgsam ausgelegt und drapiert. Eine Welle, die gen Festspielhaus schwappt. So sieht das aus. Es ist Kunst, wie eine Stele am Tor verkündet. Kunst sogar mit Wagner-Bezug.
Derlei hat an diesem Ort am Fuße des Grünen Hügels Tradition. Hier, direkt am „Walk of Wagner“. 2013 stand hier zum Bespiel noch das „Wagnerle-Theater“, gleich seinem Pendant auf dem Hügel verhüllt in Planen. Allerdings wegen Renovierung geschlossen. In der „Agentur“ – sie steht hinter dem Kunstprojekt – begleitet man den alljährlichen Wagner-Kult mit ironischer Kreativität.
In diese Richtung geht auch das diesjährige Kunstprojekt, eine Installation, die unter dem Titel „Westwärts schweift der Blick; Ostwärts streicht das Schiff“ Berliner Müll recycelt und Richard Wagner inszeniert. „Tristan und Isolde“, um genau zu sein, der Titel verrät es ohnehin; er zitiert die Worte des jungen Seemanns zu Beginn des Dramas. Holz, Glas, Metall und Elektronikschrott formen das Meer, darauf „schwimmen“ höchst fantasievoll kreierte Schiffe (20 Ausstellungsstücke, wie die Künstler sagen). Sogar Segel blähen sich da. Man muss nur hinschauen.
Das alles zu entdecken, die vielen Schiffe zu identifizieren, ist eine erfrischende Aufgabe, die wiederum der Kern des Projekts ist. „Denn wer sich dieser Aufgabe annimmt, setzt sich nicht nur aktiv mit seinem Umfeld auseinander, sondern schärft auch seinen Blick für das Detail. Müll muss ja nicht unbedingt Müll sein – auf den Blickwinkel kommt es an.
So gesehen, ist das, was die beiden Künstler Jorge Lopes und Steffen Kasperavicius da von Berlin nach Bayreuth gekarrt haben, einerseits natürlich Sperrmüll, andererseits ein herrlich schräger, weil auch ironischer Kommentar auf das, was in Bayreuth in fast schon religiösem Ernst Jahr für Jahr zelebriert wird: nämlich die Festspielzeit.
(Gordian Beck)

Quelle/Source: ⓒ 2015, Nordbayerischer Kurier, Freitag, 29. Juli 2015, S. 10

 

Die Welle schwappt gen Festspielhaus: Steffen Kasperavicius und Jorge Lopes mit Wagner-Bezug. (Foto: Steffen Kasperavicius)

Jorge Lopes und Steffen Kasperavicius zeigten Kunst aus Weggeworfenem – Juli 2014

Fundstücke waren angekündigt – gestrandete Objekte von den Straßen Berlins und anderer Städte, neu zusammengefügt zu Installationen.
Jorge Lopes und Steffen Kasperavicius, gebürtiger Bayreuther, stellten in der Reihe Sübkültür im Forum Phoinix ihr Projekt „ETAW“ vor. Sieben Installationen waren in der Ausstellung „Collapse of the Complex“ zu sehen. Kunst aus Gefundenem als Utopie? „Vielleicht“, sagen die beiden Künstler. Große Begriffe möchten sie vermeiden, lieber reden sie mit dem Publikum über die Lust am Gestalten, an der Arbeit mit den Materialien, die sie am Straßenrand und in Containern finden. Richtiggehende Konjunkturen für bestimmte Dinge gebe es: Man könne fast die Uhr danach stellen. Frühjahrs beispielsweise stünden Kühlschränke en masse am Straßenrand. Zur Zeit seien viele Matratzen zu finden. Und mittlerweile auch Flachbildschirme. Ist das bald Kunst oder soll das auf den Müll?
Die Wegwerfgesellschaft: Hier zeigt sie sich.
Die Leistung, sich in die Biographie eines Objekts hineinzudenken, ist Teil des künstlerischen Prozesses. Fast zärtlich erzählt Lopes von der Farbwirkung des angestoßenen blauen Boilers, der die Grundlage einer Installation bildet. Neben ihm steht eine Prothesen-Installation im Schaufenster, als Fußnote zum Fußball und zu perfektionierter Körperlichkeit. Die Galerie für eine Nacht forderte zum Nachdenken auf: Was sieht man, wenn man sich dem Objekt hingibt? Und Kunsttheorie beiseite legt?
Der Abend lud dazu ein, sich mit der Sinnhaftigkeit der Objekte, der Neukonfigurierung von Bedeutungen und der raumgreifenden Wirkung alltäglicher Gegenstände in neuem Arrangement zu widmen.
Auf dem Nachhauseweg durch Ansammlungen lärmender Fußballfans freute man sich, angeregt durch die Arbeiten von Lopes und Kasperavicius, auf die Tage nach der WM. Auf Fähnchen und andere Reste, Kunst der Zukunft.
(frl)

Quelle/Source: ⓒ 2014, Nordbayerischer Kurier, Freitag, 11. Juli 2014, S. 10

 

Hineindenken in die Biografie eines Objektes: Steffen und Jorge Lopes vor Ihrer Skulptur Sauber im Forum Phoinix. (Foto: red)

Kreative Marketingideen für Ausstellungen und Kunstprojekte

Die Bilder werden auf der Vernissage gehaengt / Mai 2013

Über das Buch:
Noch nie gab es so viele Wege, Kunst zu vermitteln und zu verkaufen. Immer häufiger wird gute Kunst durch kreatives Marketing noch erfolgreicher und spannender in Szene gesetzt. Dieses Buch präsentiert eine Vielzahl außergewöhnliche Beispiele, die durch Innovation, Einfallsreichtum und Originalität überzeugen.
Hierbei ist besonders faszinierend, wie überlegen die Qualität der Idee gegenüber der Quantität des Geldes ist – mit wenig lässt sich oft viel bewegen. Viele Künstler sind erfolgreiche Unternehmer, Produzenten, Verkäufer und Vermittler in eigener Sache und haben die Nase vorn im Rennen um höhere Besucherzahlen und gesteigertes Medieninteresse. Auch Kuratoren und Kulturmanager entdecken vermehrt interdisziplinäre Inszenierungsmöglichkeiten von Kunst, die eine vielfältige und erlebnisreiche Kommunikation mit dem Publikum erlaubt.
Die hier vorgestellten Beispiele aus Deutschland und ausgewählten Nachbarländern bieten nicht nur Anreiz und Inspiration, sondern geben überraschende, unterhaltsame Einblicke in eine junge Kunstszene, die unkonventionelle und grenzüberschreitende Wege in der Kunstvermittlung geht. Die Gesetze des Kunstmarktes werden dabei weiterentwickelt, ironisiert und perfektioniert.

The works are hung during the opening – May 2013

About the book:
Never before were there so many ways to market and sell art. More and more frequently, the showcasing of good art is becoming even more successful and exciting through creative marketing. This book presents a wide range of extraordinary projects that impress through innovation, inventiveness and originality.
Here, the quality of the idea is much more important than the quantity of funds – with limited resources, a great deal can be achieved. Many artists are successful entrepreneurs, producers, salespeople and mediators of their own works and constantly stay one step ahead in the battle for more visitors and increased media interest. Curators and cultural managers are also increasingly discovering interdisciplinary possibilities for presenting art, which enable a diversified and lively communication with the public.
The examples from Germany and selected neighboring countries here provide not only incentive and inspiration, but also surprising and entertaining insight into the young art scene, which is treading unconventional, groundbreaking paths in the mediation of new art. In the process, the rules of the art market are taken one step further, treated with irony and perfected.

Quelle/Source: ⓒ 2013 GKS-Fachverlag für den Kunstmarkt, Klappentext, Vanessa Gashi, ISBN 978-3981550900, erhältlich hier: gks-kunstsponsoring.de)

 

 

„MINIWORKS“, das ist der Name einer Auktionsserie, die der Medienkünstler und Organisator Steffen Kasperavicius im Kunst- und Aktionsraum Schillerpalais in Berlin-Neukölln in regelmäßihen Abständen veranstaltet. Rund fünfzig Künstler packen beim Aufbau ihrer kleinformatigen Werke selbst mit an und installieren während der Ausstellungseröffnung ihre Arbeiten vor dem anwesenden Publikum. In Form einer offenen Auktion können Interessenten dann zwei Wochen lang für die Exponate vor Ort und auch online Gebote abgeben.
Live-Aufbau und Interaktion – sowohl zwischen Kunstschaffenden untereinander als auch zwischen Besuchern und Künstlern – machen den besonderen Reiz dieses Konzepts aus: Während man gemeinsam den besten Platz für ein Kunstwerk auslotet, über Beleuchtung, Hängung und Aufstellung diskutiert, sich gegenseitig Werkzeug anreicht und dem anderen die Leiter hält, kommt man miteinander ins Gespräch.
Begleitet von kühlen Getränken an der Bar, Grill und Live-Musik knüpft sich so von ganz allein in ungezwungener Atmosphäre ein Netzwerk zwischen Künstlern und Kunstinteressierten.

„MINIWORKS“, is the name of a series of auctions organized on a regular basis by the media artist Steffen Kasperavicius in the cultural center „Kunst- und Aktionsraum Schillerpalais“ in Berlin-Neukölln. About fifty artists help to install their own works during the opening of the exhibition in front of invited guests. In the form of an open auction that lasts two weeks, interested parties can leave bids for the works either in person or online. installation as live „performance“ and interaction – both among the participating artists and between the artists and the public – make this concept so appealing. While finding the best location for a particular work of art and discussing lighting, hanging and installation, or passing each other tools and holding ladders, the artists and their public become acquainted with each other. In a loose atmosphere of cold drinks at the bar, snacks from the grill and live music, a network between artists amd art enthusiasts begins to take form all by itself.

Interview by Ed McAlieve (Artconnect Berlin) – february 2013

Selected by Ikono as part of their spotlight series in feb 2013, the artist Steffen Kasperavicius is hard to pin down to a distinct style. Working with sculpture, installation, sound, video and found objects, Kasperavicius moves fluidly between mediums, creating alter-egos and entering creative partnerships as outlets for his prolific practice. Highly conceptually driven, pieces by Kasperavicius can either be the result of laborious planning and high technical demands, or simple contextual gestures, completed in minutes. In this way, he is able to underscore the tension arising between a successful, completed work and a “failed” piece; his work questions the necessity of the realised object, the expectations of the viewer, and the perspectives offered by art historical timelines. I caught up with Steffen in his studio…


Photo: Ed McAliece

EM: First of all, looking at your work I found it a very broad, difficult body of work to define.

SK: Most of the time, I have several themes I work on and jump between them. So I’m following a red line but in a wider angle. Maybe it’s because I’m really easy to affect by visual or thematically input. It’s a constant struggle.

EM: Can you look back at your work and think of a core idea that might come back and forth through your work?

SK: There are two or three themes that have accompanied me for several years now: time, sequential processes, interaction and anti-interaction. I’m really interested in works that disturb common perception or expectations. Especially in the case of interactive work when you’re used to having an interactive installation, that there is something happening if you enter a scene; I like it if a work disrupts or interrupts this experience.
I’m also interested in used objects. Especially their surfaces and values and how you can change these non-functional, outcast objects in an art context.

EM: In your solo practice the works seem a bit more refined, slick. Are discarded objects more a focus of your work with ETAW?

SK: I feel the practices are combining. I started this project ETAW [Exit through a Wormhole] two years ago with an artist collegue Jorge Lopes, and we were beginning to work on these combinations of objects. We found out together that we had the same ideas about it and we tried to put our thoughts together. Suddenly we had 30 works – it was really surprising! The mode of working with objects came into my work at this point, but my handling of it is a bit different.

EM: You occupy a couple of different roles: you have your solo work, collaborations with Jorge in ETAW and your “Evil Twin” Achim Horn. How do you see an artist these days? What do you think is the role of a contemporary artist?

SK: That’s difficult. Actually an artist shouldn’t play a role. He or she just has to work the heart out. But you also want to be noticed, you want to live from your work, therefore it’s absolutely necessary, especially in Berlin, to be a bit of an entertainer. You have to find and do solo and group shows, network, meet artists and gallerists, attend art fairs, applying to contests and scholarships, update your website… It’s really important to be very present. At the same time you have the chance to only be in your studio, invisible to everyone. Everybody handles it as he or she wants.

Achim Horn, REM Phase #5 & #6, 2011, Lack, Acryl- und Älfarbe auf Leinwand, 70 x 90 cm

 

EM: Do you find making works as Achim is a positive outlet for your practice – making works you wouldn’t normally get to make?

SK: Yep, that’s definitely right. During my studies I was really bored of discussing work, so I invented this second person for an experimental playground. At some exhibitions people say: “Hey Achim how are you?” (laughs). And the important thing is that you can experiment with other ideas. If you have too diverse works it can seem unfocused, unserious. It was a really easy decision to separate the practices.

EM: When you’re making these videos they’re obviously occupying virtual space, such as the pallet video “Transition Space”. When you have these spatial concerns as a sculptor, how much does virtual space enter your work?

SK: In this video, it’s very important. It’s expanding the view into the exhibition space virtually and something’s happening that may or may not be real. Therefor the space itself is protagonist and essential element. But in general, it’s not really about the space. It’s about the visitor’s perception. Nevertheless, space, as well as sound, is surely a basic component of my work, but more by necessity than choice.


Transition Space, 2012

 

EM: Just to ask about “Tongspuren” (2007), the work where you were recording a year’s worth of sound in a space and getting the viewer to work with it as well, and also the work “The Throwing” (2010), what is your role with the viewer about drying their expectations?

SK: I can’t believe it, but I think I’m a bit didactic. I want to transmit a feeling with my work, and most of the time I want to transmit more negative feelings than positive, because I think it’s a more long term feeling than kind of a positive short joke. I’m trying to be a bit dark and serious. I started years ago with paintings and drawings and there was always humour in it. That homour is still there, but it’s more layered now. The first side is a joke and then there’s something more serious.

EM: You’ve had pieces like “Thank you for the Modern”, that would obviously have been made quite quickly, while works like “The Throwing” are more engineered and technical. Is there a common process you have in all your works?

SK: Yes and No. Generally it all starts with a mind snapshot caused by random input, like magazines, tv-news, films, discussions, and I note or sketch it down. So I always got a never-ending archive to grab into. Then one lends to the other. Some things need more engagement and time to realize, some are done in seconds.


Thank you for the modern, 2011, Tinte auf Medikamentenschachtel, 100 x 60 mm

 

EM: Talking about the Array series of works and “No shortcut possible”, the work dated for 2032, what can you tell me about presenting unrealized ideas?

SK: For me it’s really important, in relation to conceptual art, where the idea stands before the finished or realised artwork. That’s a really interesting idea because you can expect the visitor to think the work ready, or to use their imagination to complete the work. You feed them information and something happens in their mind. I wouldn’t say it’s more important than a realised work, but really important tool to use.


No shortcut possible, 2011 (2032), Werktitel, konzeptuelle Installation

 

EM: In the future could you imagine more works that remain only in the mind of the viewer?

SK: Yes, I think so. In early 2012 I decided to concentrate more on a very known object – the europallet – as a theme and a protagonist in a series of artworks. I started to model and combine these in a 3D space, even to learn more about this software.
After that I had an archive and tried to realize some of them; others are unrealisable because of statics. But that’s a big part of it. There we are back again at virtuality, there it’s important to show the viewers the difference between a realized work and a virtual one. I don’t know if I’ll continue this work, but the main idea is important for my future work, to test works that come from an idea archive.

EM: Back on things being unrealizable, you were talking about disappointment in you practice. Where does this disappointment lie?

SK: I did a lot of anti-interactive works, with the aim of disrupting the perception and giving a not-so-positive feeling. I don’t know why I arrived at disappointment, but it’s one of the most known and genuine feelings. You’re easily disappointed if your expectations are let down, and this was a good starting point for some interactive works. Then I had to decide about my diploma theme and that was a good time to develop these ideas more.

EM: With these Array works, was this a series where you needed skills outside of your own?

SK: I had some assistance from a talented craftsman, but this was simply to cope with time constraints. I’m really into doing my own work. If you want to be a factory artist with employees, fine, but I want to be there from start to finish – to say that it’s mine. I wouldn’t have the interest in making it otherwise.

EM: With the [Wheel] and [Cascade]- Arrays, how were you able to choose the forms from your archive that you wanted to realize?

SK: That was more random. I decided to build one array because I had an exhibition a month later and wanted to know what was possible in a month. With the cascade, I didn’t have to stick the pallets together, I simply had to cut them and arrange them in the space. Earlier it was a matter of time, now I have more time, so it’s a matter of choice. With further arrays I may simply print the 3D images on aluminium and ask the question: Do they have to be real?

 
[Wheel], 2012 – digitale Planung (li.), Ausarbeitung (re.)

 

EM: Do you like a practice where not everything has to be realized?

SK: Yes, of course. I think the decision to play with realized or unrealized works is important. It’s like a trick sometimes.

EM: Is there a main focus for your videos?

SK: I think my work is based on an archive system. I’m always archiving images and movie clips, combining them, mixing things up, watching and reorganising them. The main thing is to be organised; your work reflects your life, if you are well organised in your life you are well organised in your artwork.

EM: How has moving to Berlin changed your practice?

SK: It was a smooth transition because I went to art school in Halle, two hours outside Berlin, so I have regularly visited Berlin since beginning my studies. I moved to Berlin in 2008 and was living in two cities, there was no gap between. I came from a very productive place, and then moved to Berlin and was also in a very productive place. I quickly got into networks, found friends, and it was really easy.

EM: Does it get hard to continue practicing in Berlin?

SK: Yes, because the city doesn’t spend a lot of money on our scene. They tout Berlin as the most creative pool in Europe and yet they don’t spend enough money on its practicing artists.

EM: The ideas you’re working with today, have they changed a lot from the ideas of 2007?

SK: Yes, the ideas change, and I think that’s because you don’t have as many critics. Like your fellow students, you’re really working solo. Maybe it’s Berlin, maybe in this city you don’t talk as much about your artwork: you either enter your studio or you work at home.

EM: Do you find this is healthy for your practice?

SK: I’d rather have more discussion.

EM: In terms of the materials you employ in ETAW, are you trying to give new life to discarded objects?

SK: That’s one reason. We’re interested in the stuff people throw away and why. You can even create cool new things; it doesn’t have to be art, it can be design objects like chairs, desks and lamps. We’re interested in the surfaces and combinations, to give people the option to repave and rethink what they own. We try to examine the value and essence of old, non-functional objects by rearrangement. It’s a socio-critical stance against economic developments.


Auf dem Schrottplatz

 

EM: Who are some of your key influences?

SK: Of course Marcel Duchamp. My professional interest in art began by hearing about and understanding Duchamp and his influence to the modern and even post-modern. Also whole art movements like minimal- and conceptual art are a big source and very inspiring, also Fluxus artists. Fischli/Weiss and Roman Signer, because they have a native sense of humour, they have an easiness, they use(d) the same material. Who else? Maybe Dan Graham.

EM: And what are you busy with now?

SK: I have one or two video works in mind and, and I may consider working further with the Array works and a new series of installations and 3D-compositions.

source

Kunstforum – Kunstpreisverleihung der Kunststiftung der Saalesparkasse Halle – Februar 2010

Zum dritten Mal in Folge wurde der Preis für eine herausragende Diplomarbeit eines Absolventen der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein vergeben. Ab Sonntag nun kann man sich im Kunstforum ein eigenes Bild vom Werk Andrea Niekes machen.

Mit ihrer Serie handgeschöpfter Papierbögen konnte Andrea Nieke die Kunstpreis-Jury überzeugen. „Tabula rasa“ nennt die 32-Jährige ihr Werk, das im Rahmen der Ausstellung buchstäblich im rechten Licht betrachtet werden muss. In einem aufwendigen Verfahren schöpfte die Künstlerin anonyme Fotografien in der Art von Wasserzeichen in Papierbögen ein. Erst im durchleuchteten Blatt erscheint schließlich das Bild, das sich gerade wegen seiner Anonymität jeglichem Kontext und jeglicher Interpretation entzieht. „Es sind verlorene Fotos und gleichzeitig ist es der Versuch, Erinnerung im Foto lebendig zu halten“, so die gebürtige Gothaerin, die ihr Malerei- und Grafikstudium mit der Spezialrichtung Buchkunst 2008 an der Burg abschloss.

Erweitert wird die Ausstellung im Kunstforum durch die Werke von Christin Müller (36), Veronika Scheider (30), Jenny Trinks (29) und Steffen Kasperavicius (31). Deren Beiträge wurden im Rahmen des Wettbewerbs zum Kunstpreis 2009 jeweils mit Anerkennungen ausgezeichnet, wie Burg-Professorin Nike Bätzner als Vertreterin der Jury erklärte. Dabei bewegen sich diese vier Absolventen in ganz unterschiedlichen künstlerischen Bereichen. Keramische und wurzelähnliche Plastiken und Skulpturen aus geschichteten und gefärbten Glasbausteinen kann man im Rahmen der Ausstellung ebenso auf sich wirken lassen wie künstlerische Experimente zur Täuschung und Enttäuschung.

Auch in diesem Jahr soll der Kunstpreis der Stiftung Saalesparkassen ein Sprungbrett für ausgezeichnete Künstler darstellen, sagte Jan-Hinrich Suhr, Mitglied des Vorstands der Stiftung. Es sei wichtig, dass dem künstlerischen Nachwuchs Förderer zur Seite stehen.

Eine eigene Ausstellung, wie die im Kunstforum, biete einfach eine öffentliche Plattform und größeren kreativen Spielraum, fügte Renate Luckner-Bien, Pressesprecherin der Hochschule für Kunst und Design hinzu. Ein „großes Glück“, wie sie meinte, sei nicht zuletzt die Kontinuität, die seitens der Stiftung gewährleistet wird: Für weitere sieben Jahre werde der Kunstpreis durch die Stiftung vergeben.

Quelle: MZ Mitteldeutsche Zeitung, 12.02.2010, von Katja Müller

 


Christin Müller, Jenny Trinks, Veronika Schneider, Steffen Kasperavicius und Preisträgerin Andrea Nieke (v.l.) vor einer Keramikskulptur von Christin Müller. (FOTO: THOMAS MEINICKE)

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