DINNER FOR NONE

2011
1-Kanal-Video, 10:22 min
(Präsentation nur jährlich am 31.12.)
Trailer: 1:00 min
Panorama-Collage, Druck auf Alu-Dibond, 60 x 20 cm

„Indem etwas verschwindet, schauen wir noch genauer hin.“

Dinner for One ist die am häufigsten ausgestrahlte Sendung des Deutschen Fernsehens. Alljährlich zu Silvester stolpert Butler James mehrmals über ein ausgelegtes Tigerfell, als er seiner 90jährigen Arbeitgeberin die lang verstorbenen Freunde am Tisch mimt.

Dem Video wird mittels digitaler Retusche der Einzelbilder einer der beiden Hauptakteure genommen. Durch das Entfernen enstehen dabei keine “Löcher”, sondern vielmehr werden die, das Motiv umgebenden, Farbwerte benutzt, um die durch die Löschung entstehende Lücke zu schließen. Es entsteht ein geisterhafter Schemen, der durch Unregelmäßigkeiten des Grafik-Algorithmus hervorgerufen wird und dem Betrachter als einziges Indiz einer Manipulation übrig bleibt. Dabei findet eine Umformulierung statt, indem der Satire eine neue Sinn-Ebene hinzugefügt wird, die einerseits neue Slapstick-Witze ermöglicht, gleichzeitig nun aber die schwindende Erinnerungswelt der neuen Hauptfigur „Miss Sophie“ darstellt. Diese verschwindet am Ende des (eingebildeten) Dinners letztlich selbst.

Der Ton der Arbeit ist soweit reduziert, dass die Publikumslacher sowie sämtliche Dialoge der Urproduktion entnommen wurden und nur die dumpfen Fußschritte des vermeintlichen Butlers zu hören sind. Unterlegt wird die Szenerie zusätzlich durch eine zeitlich stark gestreckte,  verlangsamte Version der Eingangsmelodie „Charmaine“, gespielt vom Orchester Victor Silvester, wodurch die düstere, übernatürliche Wirkung ergänzend hervorgehoben wird.
Der maßgebliche Kontext des Filmes geht dabei verloren und eine Irritation der Wahrnehmung entsteht durch das Nichterfülltwerden von visuellen Informationen bei dem bekannten Filmmaterial.

Gezeigt wird die Videoarbeit nur jährlich in Manier des Originals online zum Jahreswechsel, für wenige Stunden.
Damit wird ein Spannungsbogen und gleichzeitig ein konstruiertes Gefühl der Enttäuschung beim Betrachter hervorgerufen, der sich den Gesetzen der Zeit aussetzen muss

Ferner entstand ein 60 x 20 cm großes C-Print auf Alu-Dibond, welches eine nahtlose Panorama-Collage des leeren Bühnenbildes der Urproduktion zeigt.

Ansicht der Filmverpackung und Anweisung der nur jährlichen Präsentation.

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